FairShop
Spenden
   
 

zurück zur Übersicht Medienmitteilungen

Medienmitteilung vom 5. Mai 2010

Ausverkauft! Händler und Textilproduzenten reissen sich um Helvetas Baumwolle

Baumwolle ist auf dem Weltmarkt zu einem knappen Gut geworden. Davon profitieren auch die Helvetas-Bioproduzenten in Westafrika. Innerhalb weniger Tage wurden ihre Lager leer gekauft.

 

 

Bis vor kurzem war die Stimmung unter den Bio-Bauern in Mali und Burkina Faso eher gedrückt. In den Lagerhäusern stapelte sich die Baumwolle, die im Rahmen eines Bio- und Fairtrade-Programmes von Helvetas produziert worden war. Mehr als 10’000 Bauern hatten seit 2002 auf biologische Produktion umgestellt und für ihre Baumwolle 80 Prozent höhere Preise erhalten. Doch in den letzten Monaten stockte der Absatz.

Exportverbot in Indien
In den letzten zwei Wochen hat sich die Marktlage radikal verändert. Indien – der zweitgrösste Baumwollexporteur der Welt, hat am 19. April ein Exportverbot für Rohbaumwolle erlassen, um den massiven Export nach China zu unterbinden und die eigene Textilindustrie zu schützen.

Das indische Exportverbot hat das Angebot an Bio-Baumwolle dramatisch verknappt und den Preisanstieg der letzten Monate beschleunigt. „Die Marktchancen sind jetzt insbesondere für biologisch und fair produzierte Baumwolle sehr gross“, sagt Tobias Meier, Leiter Fair Trade bei Helvetas, der die Produzenten in Westafrika bei der Vermarktung unterstützt und Kontakte zu europäischen Abnehmern herstellt. „Neben den Vorreitern Coop, Migros, Hess Natur und Switcher setzen immer mehr Textilanbieter und Labels auf Bio und Fair Trade.“
Baumwolle im Schweinezyklus
„Die Trendwende überrascht mich nicht, weil die Marktentwicklung bei der Baumwolle nach dem sogenannten  Schweinezyklus verläuft“, erklärt Tobias Meier. Schweinezyklus ist die Bezeichnung für einen relativ einfachen Vorgang: Ein Produkt wird knapp. Die Preise steigen. Die Bauern produzieren mehr. Das Überangebot lässt die Preise fallen. Die Bauern produzieren weniger. Das Produkt wird knapp. Die Preise steigen wieder.
Langfristige Partnerschaften als Ausweg
Helvetas will die Gunst der Stunde nutzen, um langfristige Partnerschaften zwischen Textilproduzenten und Bio-Bauern auszubauen. „Unser Ziel sind mehrjährige Abnahmeverträge, dank denen beide Seiten unabhängig von den Schwankungen auf dem Weltmarkt planen und wirtschaften können. Für die Kleinbauern in Entwicklungsländern bedeutet dies die Sicherung ihrer Existenz. Bleiben sie auf dem Weltmarkt auf sich alleine gestellt, treiben sinkende Preise sie über kurz oder lang wieder in die Armut“, so Tobias Meier.
Bildmaterial

Fotos in Druckqualität können heruntergeladen werden auf: www.helvetas.ch/medien 

Für Rückfragen:
  • Tobias Meier, Leiter Fair Trade, Helvetas, 044 368 65 51, 079 418 42 76
  • Matthias Herfeldt, Mediensprecher, Helvetas, 044 368 65 48, 076 338 59 38

 

 

zurück zur Übersicht Medienmitteilungen

zum Seitenanfang