Wie viel Wasser brauchen die Schweizerinnen und Schweizer? 6082 Liter pro Tag. Den grössten Teil konsumieren sie in Form von landwirtschaftlichen Produkten, vom einheimischen Weizen bis zum Importfleisch aus Brasilien, von den grünen Bohnen aus Ägypten bis zu den Agrotreibstoffen aus Palmöl oder Zuckerrohr. Mit einem Anteil von 70% Prozent (in Entwicklungsländern oft noch mehr) ist der Landwirtschaftssektor denn auch der grösste Wasserverbraucher.
Doch das Wasser wird knapp. Der Klimawandel hat den Ablauf von Regen- und Trockenzeiten durcheinander gebracht, und vor allem in den Schwellenländern verbrauchen die Menschen immer mehr Wasser. Kleine Bauernbetriebe spüren die Folgen des Wassermangels als erste.
«Ohne Wasser gibt es keine Nahrung», sagt Melchior Lengsfeld, Geschäftsleiter von Helvetas. «Um den Hunger zu bekämpfen müssen wir das vorhandene Wasser gerechter verteilen und besser nutzen.» Mit Landwirtschafts- und Bewässerungsprojekten in den 18 Projektländern trägt Helvetas dazu bei, den Hunger zu bekämpfen. Rund 300'000 Menschen konnten im vergangenen Jahr dank Helvetas ihre Lebensgrundlage verbessern.
- Zum Beispiel in Äthiopien, wo die Bauern dank grosser Zisternen auf ihren Höfen neu auch Bohnen und Öldisteln anbauen und bewässern können. Und an erosionsgefährdete Hügelflanken schützen Futterpflanzen wie Salzbusch oder Elefantengras den Boden und verhindern den allzuschnellen Abfluss von Regenwasser.
- Oder in Nepal, wo Landlose jenen Teil des Flussbettes, das während der Trockenzeit frei liegt, nutzen. Die Restfreuchtigkeit genügt, um dort Gurken und anderes Gemüse anzupflanzen (Film).
- In Kirgistan und Mosambik können die Bäuerinnen dank Tröpfchenbewässerung und anderer effzienter Bewässerungsmethoden mit wenig Wasser ausreichende Erträge erwirtschaften.
Über die basisnahe Projektarbeit hinaus engagiert sich Helvetas mit regionalen Programmen für Wassermanagement. Dazu gehören Waldschutz und Massnahmen für eine intakte Wasserspeicherung in den Böden. Um Konflikte rund um die Bewässerung zu lösen oder zu vermeiden, fördert Helvetas Mediationsprogramme und die Erarbeitung von Wassernutzungsplänen.
Sauberes Trinkwasser für 1 Million
Ein zweiter Schwerpunkt der Projekt- und Kampagnenarbeit von Helvetas ist das Trinkwasser. Mit dem Bau von Brunnen will Helvetas von innert vier Jahren bis 2013 einer Million Menschen neu Zugang zu sauberem Trinkwasser verschaffen. Bereits im ersten Jahr konnten über 350'000 Frauen, Männer und Kinder versorgt und damit das Etappenziel deutlich übertroffen werden.
Weiterführende Links zum Thema Bewässerung
Weiterführende Links zur Trinkwasser-Kampagne
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