Kamerun ist gemäss einer Uno-Statistik das am weitesten entwickelte Land aller Helvetas Partnerländer in Afrika. Die Armut ist dennoch gross: 40% der Menschen leben unter der Armutsgrenze, jede vierte Person ist unterernährt.
Helvetas ist seit 1964 in Kamerun tätig. Geografisch konzentriert sich das Engagement auf den nördlichen Teil Westkameruns. Es ist geplant, die Aktivitäten im Laufe 2007 abzuschliessen. Helvetas will die Anzahl Einsatzländer grundsätzlich reduzieren, um die Kräfte angesichts knapper werdender Mittel weiterhin effizient und effektiv einsetzen zu können. Der Ausstieg aus Kamerun wird derzeit mit Umsicht vorbereitet, damit laufende Projekte ohne Unterstützung von Helvetas weitergeführt werden können.
In ländlichen Gebieten Kameruns hat mehr als die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner kein sauberes Trinkwasser, über einen direkten Wasseranschluss verfügen lediglich 2% aller Haushalte, viele Menschen holen sich ihr Wasser für den täglichen Bedarf aus Bächen – mit verheerenden gesundheitlichen Folgen. Helvetas engagiert sich deshalb für eine Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Hygiene.
Ein neuer Schwerpunkt ist die Unterstützung der Gemeinderäte, die als Folge der Dezentralisierung neu für dörfliche Entwicklungsmassnahmen zuständig sind. Dabei geht es darum, die guten Erfahrungen, die Helvetas mit gewählten Komitees auf Dorfebene gemacht hat, auf die übergeordnete Ebene der Gemeinde zu übertragen. Die Gemeinderäte werden befähigt, Entwicklungsprojekte wie Wasserversorgungen, Aufforstungsaktionen oder Frauenförderungsmassnahmen zu planen und umzusetzen.
Mit dem Ziel, die Armut zu bekämpfen, legt Helvetas ein besonderes Augenmerk auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die Gemeindebehörden werden geschult, damit sie Massnahmen für eine Verbesserung der lokalen ökonomischen Rahmenbedingungen wählen und umsetzen können. Solche Massnahmen können beispielsweise sein der Bau einer Zufahrtsstrasse oder das Verfügbarmachen von Marktständen.
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