Das vollständig von Südafrika umgebene Lesotho hat in der jüngsten Vergangenheit in einigen Bereichen eine positive Entwicklung erlebt. Zu erwähnen sind beispielsweise die Demokratisierung, die deutliche Verbesserung der Wasserversorgung und die
Stärkung des Privatsektors. Trotz diesen erfreulichen Trends gilt festzuhalten, dass noch immer 60 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben und mehr als ein Drittel der aktiven Bevölkerung mit dem Aids-Virus infiziert ist.
Helvetas und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes (DEZA) als wichtige Auftrags- und Geldgeberin haben beschlossen, das Engagement in Lesotho Ende 2005 abzuschliessen. Das zum einen, um die Kräfte auf weniger Länder zu verteilen, und zum andern wegen der grossen Erfolge in der Wasserversorgung. Als Helvetas 1978 mit einem Trinkwasserprogramm die Zusammenarbeit mit Lesotho begann, waren lediglich 10 Prozent aller ländlichen Haushalte versorgt. Heute sind es dank dem Bau von rund 16'000 Trinkwasseranlagen 60 Prozent!
Helvetas bereitet den Ausstieg seit 2001 mit viel Umsicht vor, damit er gegenüber den Partnern vor Ort verantwortungsvoll vollzogen werden kann. Sie sollen ihre Arbeit auch ohne die Unterstützung durch Helvetas fortführen können. So setzen wir uns im Trinkwasserbereich für eine intensivere landesweite Zusammenarbeit von Behörden, Organisationen, Dorfkomitees und Geldgebern ein. Dank ihr sollen die vorhandenen Ressourcen besser genutzt und die Versorgung weiter verbessert werden können. Im zweiten Tätigkeitsgebiet, der Landwirtschaft, unterstützt Helvetas über eine lokale Partnerorganisation – die von Helvetas Mitarbeitenden gegründet worden war – innovative Verfahren zur Förderung der Ernährungssicherheit wie beispielsweise die Tropfenbewässerung. Helvetas hilft dieser Partnerorganisation jetzt, neue Geldgeber zu finden, die ihren Fortbestand ermöglichen.