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Bio-Baumwollprojekt in Mali Zur Homepage der seco
Die Baumwollproduktion in Mali

Mali steht, wie Burkina Faso, bezüglich Baumwoll-Anbaufläche nach Ägypten an zweiter Stelle Afrikas. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass Baumwolle der wichtigste Devisenbringer für das westafrikanische Land ist. Doch der Baumwollmarkt in Mali kränkelt: Bis vor wenigen Jahren wurde der gesamte Markt von einer Monopolistin, der „Compag-nie Malienne du Développement des Textiles“ (CMDT), beherrscht.

Der Einfluss der CMDT wurde dadurch verstärkt, dass die Firma auch im Vertrieb von Saatgut, Dünger und Schädlingsbekämpfungsmittel das Monopol innehält. Im Jahr 2001 reagierten die Baumwollproduzenten Malis mit einer Protestbewegung auf das Preisdiktat der CMDT – dem so genannten Baumwollstreik. Neben den verzerrten Marktstrukturen wird die Produktion und Vermarktung von Baumwolle vor allem durch unbeständige Qualität und sinkende Hektarerträge infolge abnehmender Bodenfruchtbarkeit einge-schränkt.

Das Projekt in Zahlen (2002-08)

 

2002

2003 

 2004

 2005

 2006

 2007

 2008

 Anzahl ProduzentInnen 

174

385 

561 

1'748

3'170

3'847

6'388

 davon Frauen (%)

19

34

38

40

40

40

20

 Anbaufläche (ha)

118

170

298

740

1'810

2'331

3'898

 Ertrag Rohbaumwolle (t)

47 

 81 

169 

386

610

798

1'403

durchschnittlicher Ertrag (t/ha)

0,400

0,475 

0,570 

0,522

0,335

0,342

0,360

 Faserproduktion (t) 

20

34 

68 

160

260

335

589

 Bio-Zertifizierung 

Umst.

   Bio  

Bio 

Bio 

Bio 

Bio 

Bio 

 Fair Trade-Zertifizierung 

 

 

 1. Jahr

  2. Jahr

  3. Jahr

  4. Jahr

  5. Jahr

 

Unterstützung durch Helvetas

1998 führte Helvetas in Mali eine Machbarkeitsstudie durch, um die Chancen einer Bio-Baumwoll-Produktion abzuklären und startete mit 25 interessierten ProduzentInnen, zumeist Kleinbauern, einen Pilotversuch. Unterdessen ist das Projekt gewachsen: 2005 beteiligen sich über 1700 ProduzentInnen an der Bio-Baumwoll-Produktion. Helvetas arbeitet eng zusammen mit der CMDT, welche eine wichtige Rolle in der Entkernung, im Transport, im An- und Verkauf der Baumwolle, sowie in der Beratung und Ausbildung der ProduzentInnen inne hat. Ein anderer Partner ist das IER (Institut d’Economie Rural), welches Forschung in der biologischen Schädlingsbekämpfung betreibt.
Zudem unterstützt Helvetas die ProduzentInnenorganisation „Mobiom“ und versucht ihnen die Baumwollproduktion unter fairen und nachhaltigen Bedingungen zu ermöglichen, indem sie mit allen Akteuren der vertikalen Wertschöpfungskette zusammenarbeitet. Für die Bauern bedeutet dies, dass sie sich nicht mehr giftigen Agrochemikalien aussetzen müssen, eine Steigerung der Fruchtbarkeit ihrer Böden, Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten, Risikominderung durch Diversifizierung, Zugang zu Krediten und Transportmöglichkeiten, Informationsaus-tausch innerhalb der Bauerngruppe, eine sichere Abnahme ihrer Baumwolle und einen um bis zu 50% höheren Verkaufspreis.
Die im Rahmen des Projekts produzierte Bio-Baumwolle wird von der Paul Reinhart AG, der Migros und den Firmen Switcher und Marks & Spencer verarbeitet und vermarktet. Die Arbeit von Helvetas wird ihrerseits im Rahmen des Handelsförderungsprogramms durch das Seco unterstützt.

 

 

Zielsetzungen des Projekts 2008

Das Projekt hat zum Ziel eine geschlossene Produktionskette aufzubauen, die vom Anbau auf dem Feld bis hin zum fertigen Bekleidungsstück im Laden reicht. Denn nur wenn alle Partner zusammenarbeiten, kann erreicht werden, dass der Anbau nachhaltig und die Vermarktung fair ist. Für 2008 plant Helvetas u.a.:
- eine Ausweitung der Produktion: 5000 ProduzentInnen
- via CMDT Verbreitung von Produktionstechniken zur Herstellung und Verbesserung von organischen Düngern und Bio-Insektiziden
- die Erschliessen von Absatzkanälen für Zwischenfrüchte wie Karité und Sesam, beide selbstverständlich in Bio-Qualität
- die Stärkung der ProduzentInnen-Organisation „Mobiom“

Links

Wie macht man weisses Gold?, Artikel aus Tagesspiegel, 4.1.2004

Helvetas Fair-Shop, Produkte aus dem Bio-Baumwollprojekt in Mali

 

 

Projektbezogene Downloads

Projektbeschrieb (pdf)

Artikel über Mali, Partnerschaft Nr. 178, deutsch (pdf, 150 kb)

Informationsbroschüre, französisch (pdf, 180 kb)

 

Radioreportage

"Biobaumwolle - aus Mali direkt in die Migros": Reportage von Christoph B. Keller, Radio DRS2, April 2004 (27 Minuten). Bestellen bei Astrid Rana, 044 368 65 04.

 

Projektpartner

Seco (Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft)

DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit)

LED (Liechtensteinischer Entwicklungsdienst)

ICCO (Interchurch Cooperation, NL)

Switcher
Migros

Marks & Spencer
Reinhart AG
CMDT (Compagnie Malienne du Développement des Textiles)
IER (Institut d'économie rurale de Mali)

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