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Bio-Baumwollprojekt in Senegal
Die Baumwollproduktion in Senegal

Mit einer jährlichen Produktion von ungefähr 50'000 Tonnen Rohbaum-wolle ist Senegal gegenüber sei-nem Nachbarland Mali ein „kleiner“ Baumwollakteur. Dennoch ist die Baumwolle im Süden und Südosten des Landes für 44'000 Bauern und deren Familie die monetäre Haupt-einnahmequelle.

 

Die Baumwolle ermöglicht über den Zugang zu Krediten die Mechanisierung (Ochsenzug) der Bauernbetriebe, die dank dessen grössere Flächen bearbeiten können als in reiner Handarbeit. Da es in Senegal an einer konkurrenzfähigen Textilindustrie fehlt, gelangen die jährlich produzierten 15'000 Tonnen Baumwollfaser direkt auf den Weltmarkt, welcher wegen den negativen Einflüssen der US-Agrarsubventionen und spekulativen Preisschwankungen immer tiefere Preise diktiert. Dies ist neben dem staatlichen Subventionsprogramm für Erdnüsse und Mais mit ein Grund, weshalb 2005 die Produktion konventioneller Baumwolle sogar abgenommen hat.

Das Projekt in Zahlen (2004-07)

 

 2004

2005 

2006 

2007

Anzahl ProduzentInnen 

 101

128 

75 

215 

 davon Frauen (%)

 

 11

 10

 10

 Hektarenanzahl (ha)

 50.5

 38/13

 25,5

 85

 Bio-Rohbaumwolle (t)

 9,3

   12,6/4,6

   6,7

   28

 durchschnittlicher Ertrag (t/ha)

 0,186

 0,335

 0,263

 0,327

 Faserproduktion (t)

 3,9

 5,2

 2,8

 12

 Bio-Zertifizierung

       in Umstellung

 Bio/Umst.

 Bio/Umst.

 Bio/Umst.

 

Unterstützung durch Helvetas

Mit finanzieller Unterstützung des Liechtensteinischen Entwicklungs-dienstes (LED) organisiert Helvetas den Transfer der biologischen Produktionsweise zu den ProjektpartnerInnen in Senegal. Dabei unterstützt Helvetas lokale Organisationen wie z.B. Agrecol Afrique, welche die ProduzentInnen in Biolandbau unterrichtet und vergangenes Jahr ein Programm zur Förderung der Fruchtfolgekulturen lanciert hat; oder das staatliche Unternehmen Sodefitex, welches den Bauern den Zugang zu unbehandeltem Saatgut und zu Behandlungsmethoden mit Bio-Pestiziden organisiert, sowie FNPC bei ihrer Zusammenarbeit mit den Bauernorganisationen.
Interesse besteht auch seitens verschiedener Organisationen des konventionellen Baumwollsektors, sich aktiv an der Entwicklung einer Bio-Baumwollkette zu beteiligen. Dazu gehören verschiedene Bauernorganisationen, lokalen Kreditinstitutionen, private Firmen, welche vermehrt biozertifizierte Hilfsstoffe verkaufen, sowie nationale Agrarforschungsinstitute.

 

Zielsetzung des Projektes 2008
  • Ausweitung der Anbaufläche von biologischer Baumwolle auf günstigere Regionen im Süden von Senegal
  • Ausweitung der Produktion auf 300 ProduzentInnen
  • Steigerung der Produktion in der Fruchtfolge: 20 t Bio-Erdnüsse und 50 t Bio-Hirse
  • Erhöhung des Frauenanteils in der Produktion


Links

Der Norden sät den Hunger, Arikel aus Die Zeit, 14.8.2003

 

Projektpartner

Sodefitex (Société du Développement des Fibres et des Textiles)
AGRECOL Afrique
LED (Liechtensteinischer Entwicklungsdienst)

FNPC (Fédération Nationale des Producteurs de Coton)

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