Bleiben Sie auf dem Laufenden zu unseren Aktionen, Anlässen und tollen Angeboten aus dem Fairshop.

und gewinnen Sie einen von fünf Globetrotter-Reisegutscheinen im Wert von Fr. 100.--

Konzerne in die Verantwortung nehmen

Schweizer Konzerne und ihre Tochterfirmen verletzten immer wieder Menschenrechte und Umweltstandards, beispielsweise durch unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken oder Umweltverschmutzung beim Rohstoffabbau. Die Volksinitiative "Für verantwortungsvolle Konzerne - zum Schutz von Mensch und Umwelt" - kurz KOVI - will dies mit rechtlich verbindlichen Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ändern.
Viele Schweizer Unternehmen bemühen sich heute schon um eine verantwortliche Geschäftstätigkeit im Ausland. Doch es gibt auch regelmässig Fälle, in denen Firmen nicht einmal eine minimale Verantwortung übernehmen. Deshalb braucht es allgemeingültige menschenrechtliche Mindeststandards, unter denen kein Unternehmen wirtschaften darf. Damit «Swiss Quality» auch für weltweit ethisch einwandfreies und nachhaltiges Wirtschaften steht.

Die UNO-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte legt solche Mindeststandards völkerrechtlich bereits heute fest, allerdings im sogenannten «weichen Völkerrecht». Diese Leitlinien verlangen eine sogenannte Sorgfaltsprüfung: Ein Unternehmen muss eruieren, ob es Menschenrechte verletzt oder in solche Verletzungen verwickelt ist. Falls ja, muss es wirksame Gegenmassnahmen ergreifen. Als dritten Schritt muss das Unternehmen transparent über die verletzten Rechte und die getroffenen Massnahmen berichten.

Heute fehlt es an wirksamen Hebeln für die Durchsetzung dieser Sorgfaltsprüfung. Die UNO überlässt sie ausdrücklich ihren Mitgliedsstaaten. Die Konzernverantwortungsinitiative - kurz KOVI - will diese Pflicht im Schweizer Recht festschreiben, die völkerrechtlich verbriefte Sorgfaltsprüfung für verbindlich erklären und auch den Schutz der Umwelt darin berücksichtigen. Für Unternehmen soll zukünftig ein einleuchtender Dreisatz selbstverständlich werden: Umwelt- und Menschenrechtsrisiken prüfen, entsprechend handeln und darüber berichten.

So sollen Unternehmen künftig auch für die Verfehlungen ihrer Tochterfirmen und der von ihnen kontrollierten Unternehmen im Ausland haften. Damit können Opfer von Menschenrechtsverletzungen oder Umweltzerstörungen durch Schweizer Unternehmen in der Schweiz auf Wiedergutmachung klagen. Wer trotz gesetzlicher Sorgfaltspflicht unverantwortlich handelt, soll sich dafür in Zukunft vor Gericht verantworten müssen. Die Initiative kann somit ohne grosse staatliche Bürokratie umgesetzt werden.

Unternehmen werden dabei fair behandelt: Wenn ein Unternehmen glaubhaft nachweisen kann, dass es die Sorgfaltsprüfung umsichtig und umfassend durchgeführt und alle notwendigen Massnahmen getroffen und umgesetzt hat, kann es von der Haftung befreit werden. Die Initiative wirkt also präventiv: Unternehmen erhalten einen wirksamen Anreiz, das Richtige zu tun.