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Helvetas zieht sich aus Afghanistan zurück

Helvetas schliesst ihr Programm in Afghanistan bis Ende 2016. Die ohnehin angespannte Sicherheitslage im Land hat sich in jüngster Zeit rapide verschlechtert. Betroffen sind nicht nur ländliche Gebiete, auch in der Hauptstadt Kabul haben politisch motivierte, gewalttätige Ausschreitungen und die allgemeine Kriminalität stark zugenommen. In jüngster Zeit wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter internationaler NGOs konkret bedroht – und es kam zu Entführungen.
04.07.2016
Helvetas hat die Situation vor Ort aufmerksam beobachtet und laufend beurteilt. Da die Sicherheit der Mitarbeitenden die oberste Priorität hat, erhöhte Helvetas die Sicherheitsmassnahmen in den letzten Monaten kontinuierlich – unter anderem wurden Feldbesuche eingeschränkt, und das Hauptbüro in Kabul musste umziehen.
 
Wirkung der Arbeit nicht mehr garantiert
In den letzten Wochen hat die verschlechterte Sicherheitslage eine Dimension erreicht, die eine Fortführung des Programmes grundsätzlich in Frage stellte. Da die Sicherheit der lokalen Helvetas-Mitarbeitenden nicht mehr in vertretbarem Rahmen gewährleistet werden kann, hat Helvetas entschieden, ihr Entwicklungsprogramm in Afghanistan zu schliessen und sich bis Ende 2016 aus dem Land zurückzuziehen. Unter den herrschenden Umständen können die Mitarbeitenden vor Ort kaum noch arbeiten. Das bedeutet leider auch, dass die Helvetas-Projekte in absehbarer Zeit keine Wirkung mehr erzielen können.
 
Zwischen Bedauern und Hoffen
Helvetas bedauert die Verschlechterung der Situation in Afghanistan und hofft auf baldige Stabilisierung respektive Besserung. Die Entwicklungsorganisation hat sich seit 2002 vor Ort engagiert. Um die Ernährungssicherheit zu verbessern, unterstützte sie die ländliche Bevölkerung in nachhaltiger Wasser- und Landnutzung. Indem sie den Bauern bei der Vermarktung ihrer Produkte half, sicherte sie deren Einkommen. Dazu kamen Projekte in den Bereichen Trinkwasser und Grundschulbildung (Aufbau von Schulen in entlegenen Bergregionen, Ausbildung von Lehrpersonen und Förderung von Schulen für Mädchen).
In den letzten 14 Jahren haben Tausende von Kleinbauern, Frauen und Kinder von den Helvetas-Projekten profitieren können. Stets ging es dabei auch um Konfliktprävention. Die Regierung hat es bisher nicht geschafft, ein staatliches Gewaltmonopol zu etablieren, die Korruption einzudämmen und das Vertrauen der Bürger zu gewinnen. Afghanistan ist weiterhin das ärmste Land Asiens.