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Helvetas hilft Rohingya mit Trinkwasser

In den letzten Wochen sind rund 500’000 Menschen aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Die humanitäre Situation in den überfüllten Flüchtlingscamps ist katastrophal. Eines der grössten Probleme ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Hier engagiert sich Helvetas zusammen mit internationalen Partnern. Für die Nothilfe stellt die Schweizer Entwicklungsorganisation 250’000 Franken zur Verfügung.
Zürich, 27.09.2017
Seit Ende 2017 leistet Helvetas Nothilfe für Rohingya, die vor der Gewalt in Myanmar geflüchtet sind und jetzt in Flüchtlingslagern in Cox’s Bazar im Süden des Landes leben. Die über 800’000 Flüchtlingen zu versorgen, ist eine grosse Herausforderung. Helvetas hat besonders gefährdeten Familien Hygiene-Sets verteilt und baut Latrinen und Küchen, die mit Biogas betrieben werden. Dank der Latrinen müssen die Flüchtlinge ihre Notdurft nicht mehr im Freien verrichten. So wird das Risiko von lebensbedrohlichen Krankheiten verringert und die Gesundheit in den Lagern verbessert. Zudem trägt Helvetas mit einem Kartensystem zu einer besseren Orientierung in den Flüchtlingslagern und Notunterkünften bei.

«Die Situation ist unübersichtlich, das Leid ist unvorstellbar. Die Menschen stehen vor dem Nichts. Hunger und eine Choleraepidemie drohen», berichtet Kaspar Grossenbacher, Landesdirektor von Helvetas Bangladesch. Gemeinsam mit ihren Partnern plant Helvetas, rund 22'000 Menschen Hilfe zukommen zu lassen.

Zur Flüchtlingskrise
Die weltweit als «Rohingya» bekannten muslimischen Flüchtlinge stammen aus Rakhine im Westen von Myanmar. Das ist eines der ärmsten Gebiete des Landes, mit einer Armutsrate von 78 Prozent. In einem Bericht des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan werden die Muslime in Rakhine als «die grösste staatenlose Gemeinschaft der Welt» beschrieben. Ihr Anspruch, eine historisch verwurzelte ethnische Gruppe des Landes zu sein und garantierte Staatsbürgerschaft zu erhalten, wurde ihnen wiederholt von den Regierungen Myanmars verwehrt. Ihre politischen Rechte und ihr Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ist eingeschränkt.
Seit Mitte 2017 leben schätzungsweise 120'000 vorwiegend muslimische Flüchtlinge in Lagern in Rakhine, weitere 190'000 Menschen aus Rakhine leben in Lagern in Bangladesch. Im August 2017 eskalierte der Konflikt im Norden Rakhines. Mehr als 680'000 Menschen sind nach offiziellen Zahlen aus ihren Häusern geflohen, um der Gewalt zu entkommen. Bisher konzentrierte sich der Zustrom auf Cox's Bazar, eine Stadt im äussersten Süden von Bangladesch.

Helvetas seit dem Jahr 2000 in Bangladesch tätig
Helvetas setzt sich in ihren Entwicklungsprojekten in Bangladesch für die benachteiligte ländliche Bevölkerung und speziell für Frauen ein, damit sie aktiv am öffentlichen und wirtschaftlichen Leben teilnehmen können. Gleichzeitig arbeitet Helvetas auch mit den Gemeindebehörden, damit diese ihre Aufgaben transparent erfüllen und die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungsprozesse miteinbeziehen. Daneben unterstützt die Schweizer Entwicklungsorganisation Kleinbauernfamilien bei der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln und Medizinalpflanzen, damit sie sich nicht nur selber versorgen, sondern auch ein Einkommen erwirtschaften können. Zudem engagiert sich HELVETAS für die Familien, die von den enormen Fluten im 2017 betroffen sind und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Sie bekommen ein Starthilfe, damit sie ihre Lebengrundlage wieder aufbauen können.

Spenden Sie für die notleidende Bevölkerung:
Helvetas dankt für Spenden auf Postkonto 80-3130-4 mit dem Vermerk «Bangladesch» oder online via Helvetas.ch/rohingya
 
Weitere Informationen zu Helvetas in Bangladesch:
www.helvetas.ch/bangladesch
 
Für Rückfragen:
Matthias Herfeldt, Mediensprecher, 044 368 65 48; 076 338 59 38
Kontakte zu Helvetas-Mitarbeitenden in Bangladesch können vermittelt werden.
  
Über Helvetas:

Helvetas ist eine politisch und konfessionell unabhängige Schweizer Entwicklungsorganisation. Sie leistet Hilfe zur Selbsthilfe in rund 30 Ländern und erreicht damit echte Veränderungen im Leben benachteiligter Menschen. Das Engagement konzentriert sich auf die Bereiche Wasser, Bildung, wirtschaftliche Entwicklung, Demokratie und Umwelt. www.helvetas.ch


Zum Downloaden der Fotos in hoher Auflösung bitte auf das Bild klicken.
  • Rohingya Männer aus Myanmar in einer Schlange an einem Verteilungsort in Cox's Bazar, Bangladesch.
  • Das Moynardhona Flüchtlingslager, Cox's Bazar, Bangladesch.
  • Das Flüchtlingslager für für die Rohingyas in Cox's Bazar, Bangladesch.