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Lehrplan 21: Die Jugend will mitreden

Jugendliche wollen ein Mitspracherecht in Bildungsfragen. Und: Sie wollen mehr Wissen über Menschenrechts-, Konsum-, Gesundheits-, Energie- und Umweltthemen erhalten. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Meinungsforschungsinstitutes GfK; Auftraggeber ist die Bildungskoalition NGO, darunter Helvetas.
Bern, 28.10.2013
Wer die Jugend für desinteressiert hält, täuscht sich. Schülerinnen und Schüler, so zeigt eine neue Studie, wollen ihren Schulalltag mitgestalten. In einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes GfK gaben zwei von drei Schülerinnen und Schüler an, bei der Auswahl von Schulprojekten mehr mitreden zu wollen.

Für SP-Nationalrat Mathias Reynard (VS) ist deshalb klar: «Die Jugend muss in Bildungsfragen miteinbezogen werden». Der jüngste Parlamentarier und Lehrer findet, dass die Stimme der Jugendlichen in der aktuellen Diskussion um den Lehrplan 21 ernst genommen werden soll. Auch Jana Indelicato sieht das so. Denn die unabhängige Studie «Jugend und Lehrplan 21» zeigt auch: Nur jeder zehnte Jugendliche hat schon vom gemeinsamen Lehrplan der deutschsprachigen Kantone gehört. Für das 18-jährige Mitglied des Forums «Jugendsession» ein klares Zeichen für einen ungenügenden Dialog.

Helvetas und weitere 30 Mitglieder der Bildungskoalition NGO, die die Jugendstudie in Auftrag gegeben haben, sehen das ähnlich. Umso mehr, weil die Befragung zeigt, dass Menschenrechts-, Entwicklungs-, Konsum-, Gesundheits-, Energie- und Umweltfragen zentrale Anliegen für Jugendliche sind.

Mehr Bildung in Nachhaltigkeit
Mathematik und Sprachen reichen der Jugend heute offenbar nicht mehr aus. Rund 70 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler wollen mehr darüber wissen, wie man Menschenrechte besser schützen kann. Nur einer von vier Schülerinnen und Schüler findet, dass er oder sie genug über andere Länder und Kulturen weiss.

Die Teenager möchten nicht nur fremde Kulturen besser verstehen. Auch Energie- und Finanzfragen stehen bei der Jugend zuoberst auf der Prioritätenliste. Rund 60 Prozent der Befragten möchte mehr über Geld und Schulden sowie erneuerbare Energien erfahren. Auch die eigene Gesundheit ist für sie ein Thema: Eine grosse Mehrheit findet, dass sie zu wenig über Mobbing und Stressbewältigung weiss. Den Jugendlichen ist psychische und soziale Gesundheit besonders wichtig.

Musikdownloads und Cybermobbing: Medienrechte gefragt
Zudem scheint es grossen Aufklärungsbedarf über die Gefahren des Medienkonsums und die Internetnutzung zu geben. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen (62 %) wünscht sich mehr Infos über die rechtlichen Folgen beim Herunterladen von Musik oder Filmen.

Ob Medienkompetenz, Nachhaltigkeit oder Mitspracherecht: Die Jugendlichen wissen, was sie wollen – werden aber nur selten danach gefragt. Die Bildungskoalition NGO fordert deshalb die Wünsche der Jugendlichen im Lehrplan 21 zu berücksichtigen. Den gewünschten Bildungsinhalten sollen feste Zeitfenster zugewiesen werden. Auch Reynard und Indelicato sind sich einig: «Der Lehrplan 21 ist eine Chance für die Jugend. Eine Chance, die genutzt werden muss.»

Fotos und weitere Informationen finden Sie unter www.bildungskoalition.ch/pressekonferenz


Medienkontakt:


Bildungskoalition NGO
Ueli Bernhard
info@bildungskoalition.ch
079 947 88 64

Helvetas
Marianne Candreia, Schulverantwortliche
marianne.candreia@helvetas.org
044 368 65 29


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