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Schweizer Beiträge am Weltklimabericht

Der Weltklimarat hat seine fünfte Beurteilung zum globalen Klimawandel vorgelegt. Rupa Mukerji und Carmenza Robledo von Helvetas haben als Leitautorinnen daran mitgearbeitet. Sie erklären ihre Beiträge zum Bericht und sagen, was die Weltgemeinschaft tun müsste, um den Klimawandel und seine Folgen einzudämmen.
Zürich, 17.07.2014
Der 5. Bericht des Weltklimarates IPCC ist erschienen. Unter den 800 wissenschaftlichen Mitarbeitenden des Berichtes sind zwei Expertinnen der Entwicklungsorganisation Helvetas. Rupa Mukerji, Klimaexpertin und Mitglied der Geschäftsleitung von Helvetas, hat als Leitautorin über Gefahren und Auswirkungen für marginale Gemeinschaften geschrieben. Mit ihren Beobachtungen aus der Praxis zeigt sie, wie diese Gemeinschaften – unter anderem in Helvetasprojekten – versuchen, sich an den Klimawandel anzupassen. Carmenza Robledo, assoziierte Beraterin bei Helvetas, hat die Auswirkungen des Klimawandels auf Land- und Forstwirtschaft sowie die Landnutzung untersucht. «Es fällt auf, dass marginalisierte Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern besonders stark unter klimabedingten Katastrophen leiden“, sagt Rupa Mukerji zu ihrer Arbeit.

Mit der Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) haben 195 Staaten ihre Absicht bekundet, die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre so tief zu halten, dass es nicht zu gefährlichen, menschengemachten Störungen des Klimasystems kommt. Doch der weltweite Ausstoss von Klimagasen nimmt zu. Die Konzentration von Treibhausgasen wie CO2 oder Methan ist so hoch wie noch nie zuvor in 800'000 Jahren. Wenn die Emissionen auf dem heutigen Niveau bleiben, wird die globale Durchschnittstemperatur bis Ende des 21. Jahrhunderts um 3,7 bis 4,8 Grad höher liegen. "Es gibt praktisch keine Studien zu den Auswirkungen einer solchen Erwärmung“, sagt Rupa Mukerji, "Doch man muss davon ausgehen, dass ab 2050 für die ganze Welt stark negative Folgen drohen. Besonders hoch sind die Risiken für die ärmsten Regionen und Bevölkerungsgruppen."

Der Zielwert für die maximale Treibhausgas-Konzentration in der Luft wurde in Form eines Kompromisses bereits nach oben korrigiert. Doch auch dieser Wert ist nur zu erreichen, wenn der weltweite Güterkonsum bis 2030 um 1,7 Prozent gedrosselt wird. Politikern fehlt jedoch der Mut für einschränkende Massnahmen. Deshalb sind wir als Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die richtigen Entscheidungen zu treffen - in unserem Konsumverhalten ebenso wie in unseren politischen Entscheidungen.

Das findet auch Rupa Mukerji von Helvetas. Sie ist überzeugt, dass vor allem die Gesellschaften im Norden, den Ausstoss von Klimagasen drosseln müssen: „Niemand kann von den 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut verlangen, dass sie aus Umweltgründen auf die dringend notwendige Verbesserung ihrer Lebensumstände verzichten.“