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Grundsätze der Projektarbeit

Aus langjähriger Erfahrung weiss Helvetas: Technisches Wissen allein reicht nicht. Nur wenn ein Dialog zwischen den Kulturen stattfindet und die Menschen ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten einbringen können, kann Entwicklungszusammenarbeit gelingen.
Entwicklungszusammenarbeit ist eine Herausforderung. Sie findet in einem schwierigen Umfeld statt und verlangt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlichste Kompetenzen. Neben den fachlichen Qualifikationen und technischem Wissen stehen vor allem auch soziale Kompetenzen und insbesondere die Bereitschaft im Vordergrund, sich mit anderen kulturellen Werten auseinanderzusetzen.

Der Respekt gegenüber den Menschen, mit denen wir arbeiten, und das Bemühen darum, im Dialog zwischen den Kulturen zu lernen und zu wachsen, bilden das Fundament der Entwicklungsarbeit von Helvetas. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen über kulturelle und Ländergrenzen hinweg ist bei Helvetas schon lange institutionalisiert und wird heute mit Hilfe des Internets rege betrieben.

Eine faire und fruchtbare Auseinandersetzung mit anderen braucht jedoch Zeit. Helvetas vertritt die Überzeugung, dass Entwicklung ein Prozess ist, welcher nur unter den Bedingungen längerfristigen Engagements zum Ziel führen kann. In fast sechs Jahrzehnten Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern hat Helvetas einen reichhaltigen Erfahrungsschatz erworben. Darauf basieren ihre Grundsätze der Projektarbeit: Basisnähe, Partnerschaftlichkeit und Hilfe zur Selbsthilfe.
Aethiopien Hängebrücke
  • Die Helvetas Projekte orientieren sich an den Bedürfnissen und Interessen der Basis, das heisst der einheimischen Bevölkerung. Diese soll selbst bestimmen können, welche Unterstützung sie am dringendsten benötigt. Die Beteiligung der Bevölkerung – in der Fachsprache „Partizipation“ genannt – an der Planung und Umsetzung von Projekten hat für Helvetas oberste Priorität. Beteiligung der Bevölkerung bedeutet aber auch, dass sich die Menschen aktiv für die Verbesserung ihrer Lebenssituation einsetzen und bereit sind, in den Projekten Verantwortung zu übernehmen sowie Eigenleistungen zu erbringen. Diese können in einem materiellen Beitrag oder in freiwilligen Arbeitseinsätzen bestehen. Damit ihre Projekte eine möglichst dauerhafte und grosse Breitenwirkung entfalten können, achtet Helvetas bei aller Basisnähe immer auch darauf, ihre Aktivitäten mit den Entwicklungsbemühungen anderer staatlicher oder nichtstaatlicher Organisationen zu vernetzen und an positiven Prozessen auf regionaler und nationaler Ebene anzuknüpfen.
  • Für eine gelingende Entwicklungszusammenarbeit braucht es starke lokale Partner, die eine Brücke bilden können zwischen ausländischer Unterstützung und inländischen Bedürfnissen. Helvetas arbeitet daher in ihren Projekten immer mit lokalen Partnern zusammen, seien es einheimische Nichtregierungsorganisationen, Behörden oder Akteure aus der Privatwirtschaft. Die Kooperation mit einheimischen Partnern beruht dabei auf gegenseitigem Respekt und Rücksicht auf die Autonomie des Partners. Helvetas setzt auf einen offenen Informationsaustausch und Klarheit in der Vereinbarung von gemeinsamen Zielen sowie in der Aufteilung von Zuständigkeiten. Dabei sollen Abhängigkeiten vermieden und die Partner befähigt werden, nach Ablauf der Zusammenarbeit das Projekt nach der Übernahme selbständig weiterzuführen. Von den Partnern verlangt Helvetas einerseits eine angemessene Eigenleistung, bietet ihnen aber andererseits auch Unterstützung in der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Helvetas Hilfe ist immer „Hilfe zur Selbsthilfe“; sie soll Menschen nicht zu abhängigen Leistungsempfängern degradieren, sondern zu Mitträgern und Mitträgerinnen von Projekten machen. Helvetas versucht daher, wenn immer möglich an bereits vorhandene Bewegungen und Prozesse anzuknüpfen und bestehende Organisationen zu unterstützen. Oder die Rahmenbedingungen so zu beeinflussen, dass eigenständige Bewegungen und Organisationen entstehen und aktiv werden können. Basisnahe und auf „Hilfe zur Selbsthilfe“ gerichtete Entwicklungszusammenarbeit bedeutet, die Eigenständigkeit der Partner – seien es die Lokalbevölkerung, lokale Partnerorganisationen oder Behörden – anzuerkennen und zu stärken. Das Ziel jeder Entwicklungszusammenarbeit muss sein, dass Menschen, Organisationen und politische Gemeinwesen ohne äussere Hilfe und selbstbestimmt leben bzw. funktionieren können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies nicht über Nacht geschehen kann, sondern viel Zeit und Einsatz erfordert. Helvetas befürwortet daher ein längerfristiges Engagement in Projekten und Landesprogrammen, ohne dabei das Ziel der Eigenständigkeit der Partner aus den Augen zu verlieren.