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Nepal

Nepal war 1956 das erste Partnerland von Helvetas. Für die Entwicklungszusammenarbeit war der Himalayastaat ein wichtiges Lernfeld. Aus den bescheidenen Anfängen in Milch- und Berglandwirtschaft entwickelte sich ein äusserst vielseitiges Landesprogramm, das auch Infrastruktur, Gouvernanz, berufliche Bildung und Prävention von Auswirkungen und Bewältigung des Klimawandels umfasst.

Nach dem Beben

Mitte Januar 2016 begann Helvetas in Nepal mit dem Wiederaufbau von Häusern, die durch das schwere Erdbeben* beschädigt oder zerstört wurden. Die ersten wiederaufgebauten Häuser konnten bereits bezogen werden. In enger Zusammenarbeit mit Solidar Suisse und den lokalen Behörden konzentriert sich Helvetas zurzeit auf folgende Aktivitäten: die Ausbildung von über 9'000 Baufachleuten in erdbebensicherer Bauweise; den Wiederaufbau von 1'000 Wohnhäusern (mit Latrinen) für besonders verletzliche Familien und 32 Wasserversorgungssystemen.

Daneben unterstützt Helvetas den Wiederaufbau von 50 zerstörten Verarbeitungsanlagen und Bewässerungssystemen für 50 Kaffee-Kooperativen, damit diese ihre wirtschaftliche Grundlage wiederherstellen können. Zudem baut Helvetas zusammen mit Caritas 34 Schulen für 6'000 Schülerinnen und Schüler wieder auf.
 
Die Nothilfe von Helvetas ist seit Ende August 2015 abgeschlossen. Bereits wenige Tage nach dem Unglück verteilten Mitarbeitende Erste-Hilfe-Material wie Zeltplanen, Decken, Wasserbehälter, Moskitonetze, Wasseraufbereitungsmittel, Hygieneartikel, Küchenutensilien und weitere dringliche Güter für insgesamt rund 15‘000 Familien. Bei der Nothilfe fokussierte sich Helvetas in Absprache mit der Regierung und anderen Hilfswerken auf Sindhupalchok und Gorkha, zwei der am schwersten betroffenen Distrikte nahe den Epizentren der Beben, in denen Helvetas schon früher tätig war. Für den Wiederaufbau konzentriert sich Helvetas auf Sindhupalchok.

* Am 25. April 2015 erschütterte das schwerste Erdbeben seit über 70 Jahren das Land, dem zahlreiche mittlere und schwere Nachbeben folgten. Insgesamt verloren über 9‘000 Menschen ihr Leben und rund 900'000 ihr Heim.

Solide Partnerschaft seit 60 Jahren

Über 6'000 Fussgängerhängebrücken zeugen heute von der produktiven Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Nepal. Die beiden Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 beschädigten auch einige der gebauten Hängebrücken. Es ist geplant, dass die 68 beschädigten Brücken in den 14 am heftigsten betroffenen Distrikten bis Ende 2017 repariert oder wieder aufgebaut werden. Der Bau ländlicher Infrastruktur ist nur eine Stärke der Arbeit von Helvetas in Nepal. Auch Wasserprojekte, die nachhaltige Pflege und Nutzung der natürlichen Ressourcen und berufliche Bildung gehören dazu.

Die Gemeinden in Nepal lernen, wie sie ihre Wasserressourcen besser schützen und nutzen können: von der Trinkwasserversorgung über den Bau von Latrinen bis zu einfachen, effizienten Bewässerungstechniken. Die Arbeiten werden mit der Bevölkerung geplant und umgesetzt. Das trägt den Geist von Demokratie und Mitbestimmung in die Dörfer. Die Facharbeit wird von lokalen Handwerkern ausgeführt. So entstehen zusätzliche Arbeitsplätze.

Helvetas ermöglicht Kleinbäuerinnen und -bauern, ihre oft prekären Lebensbedingungen zu verbessern. Dank besserer Anbaumethoden und dem Schutz der Böden steigen ihre Ernteerträge. Einen Teil davon können die Kleinbauern auf dem Markt verkaufen. Eine Chance für Landlose ist der Anbau von Gemüse in saisonal ausgetrockneten Flussbetten. Kaffeebauern erschliessen sich dank der Umstellung auf Bio-Produktion sogar überregionale und internationale Märkte.

Ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung Nepals ist die berufliche Bildung junger Menschen. In kompakten, am aktuellen Arbeitsmarkt orientierten Ausbildungsgängen erlernen sie Fertigkeiten mit Zukunft. Die jungen Berufsleute werden beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützt, bis sie mit ihrem Kleinstbetrieb auf eigenen Beinen stehen können oder eine Anstellung gefunden haben.

Unterwegs zu neuen Gipfeln

Vieles ist besser geworden in Nepal, seit 2006 ein Friedensabkommen den blutigen Bürgerkrieg beendet hat. Lebten 2003/04 noch 53 Prozent der Bevölkerung in Armut, war es 2010/11 noch 25 Prozent. Doch der Weg in eine politisch und wirtschaftlich stabile Zukunft ist noch weit.

Nach zehn Jahren Bürgerkrieg unterzeichneten die politischen Parteien und die maoistischen Rebellen im November 2006 ein Friedensabkommen. Nepal ist auf dem Weg zur demokratischen Republik, doch dieser ist steinig: Benachteiligte Gruppen fordern ihre Rechte ein, während die städtischen Eliten alles unternehmen, um ihre Macht und Privilegien zu behalten. Ende 2013 wurden Neuwahlen für eine verfassungsgebende Versammlung abgehalten. Die Wahlen brachten eine Regierungsumbildung mit geänderten Mehrheitsverhältnissen. Im September 2015 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, womit grosse Hoffnungen auf ein neues und gerechteres Nepal verbunden sind.

Der Krieg hat Nepals Wirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht. Auch in den letzten Jahren entwickelte sie sich nur zaghaft. Hauptgründe sind die politische Instabilität, die mangelhafte Infrastruktur und die schlechten Arbeitsbedingungen. Zu schaffen macht den Menschen auch der Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Diese ungünstigen Bedingungen gefährden die Lebensgrundlage von Familien, die kürzlich den Sprung aus der Armut geschafft haben.

Viele Nepali haben in den letzten 15 Jahren den Glauben an ihr Land verloren. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage und der politischen Instabilität ist die Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben für junge Leute gering. Hunderttausende ziehen als schlecht bezahlte Arbeitskräfte nach Indien, Malaysia oder in die Golf-Staaten. Das Geld, das die Emigranten in die Heimat schicken, ist zu einer tragenden Säule für Nepals Wirtschaft geworden.

In Nepal zieht der Tourismus wieder an und schafft Arbeitsplätze, doch eine Mehrheit der ländlichen Bevölkerung lebt nach wie vor als Kleinbäuerinnen und -bauern. In der Landwirtschaft fehlt es an Investitionen und saisonal an Wasser. Oft reicht die Ernte bloss, um die Familie durchzubringen. Ohne eigenes Einkommen können die Nepali aber ihre Perspektiven nicht verbessern.

Beispielprojekte in Nepal

Arbeit dank praktischer Ausbildung in Nepal

Viele Jugendliche in Nepal haben keine Berufsausbildung und finden deshalb keine Arbeit. Kurze, praxisorientierte Ausbildungen und Unterstützung beim Aufbau eines eigenen Geschäftes helfen jungen Menschen, in der Arbeitswelt Fuss zu ...
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Eine Brücke für Nepal

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Wie Latrinen in Nepal zu Statussymbolen werden

Die Bewohner von Ghanteshwor im Westen Nepals sind stolz auf ihr Dorf. Denn dort gibt es fast so viele „Häuschen“ wie Häuser. Für die Bewohner bedeutet das ein Leben in Gesundheit und Würde, für die Latrinenbauer ein sicheres ...
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  • Armutsquote

    15 % der Bevölkerung lebt von weniger als $1.90/Tag
  • UN-Entwicklungs-Index

    144. Rang von 188
*Quelle: UNDP Human Development Report 2016
  • Themenfelder

    • Ernährungssicherheit und Produktion für den Markt
    • Fussgängerhängebrücken & Wege
    • Berufliche Bildung
    • Wassernutzung, Hygiene und Bewässerung (Wasser Nutzungspläne)
    • Umwelt und Klimawandel
    • Demokratie und Dezentralisierung